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Solarenergie ist Hauptpfeiler der Energieperspektiven des Bundes 2050+

18.12.2020

Am 26. November hat der Bund die neuen Energieperspektiven 2050+ vorgestellt. Die vorgestellten Szenarien gehen von einer jährlichen Stromproduktion, aus Photovoltaik, von 34 TWh im Jahr 2050 aus. Diese erhält dabei die mit Abstand wichtigste Rolle beim Ausbau der Erneuerbaren (siehe Abbildung). Zur Erinnerung: Im Jahr 2012 ging man in den Energieperspektiven des Bundes von einem Beitrag der Photovoltaik von 5.8 – 11 TWh im Jahr 2050 aus. Dieser Wert wurde ein paar Jahre später bereits auf 18 TWh/a angehoben. Nun gibt es offensichtlich gute Gründe, mit einem noch viel bedeutenderen Beitrag der Photovoltaik zu rechnen. Zum Vergleich: Der heutige Stromverbrauch der Schweiz liegt bei etwa 60 TWh/a, die Schweizer AKW liefern heute etwa 22 TWh/a. Den Rest liefert heute grösstenteils die Wasserkraft, die im Szenario der Energieperspetiven 2050+ auf etwa 45 TWh ausgebaut werden soll.

Auch für die Fernwärme gibt es erfreuliches zu berichten: Im vorgestellten Szenario wird die Fernwärme-Erzeugung von derzeit 5.9 TWh/a auf 15 TWh/a angehoben werden. Dies vor allem durch den Einsatz von Wärmepumpen und dem Einsatz von erneuerbarer, elektrischer Energie.

Prinzipiell begrüsst das SPF die neuen Energieperspektiven 2050+ und die Tatsache, dass nun sowohl der Photovoltaik, als auch der erneuerbaren Fernwärme, deutlich mehr zugetraut wird als in früheren Szenarien. Dies ist ein deutlicher Fortschritt. Leider fehlen darin die enormen Potenziale der Solarthermie, gerade was den Einsatz in der Fernwärme betrifft. Auch das Potenzial der saisonalen Wärmespeicherung zur Reduktion von Winterstromimporten bleibt in den Perspektiven 2050+ noch unberücksichtigt. Die Autoren der Studie rechnen mit Winterstromimporten von 9 TWh/a. Das SPF geht nicht davon aus, dass diese Importe tatsächlich notwendig sein werden, da wir diese durch Power-to-X und saisonale Wärmespeicher deutlich reduzieren können. Mit anderen Worten: Auch die neuen Energieperspektiven 2050+, schöpfen das enorme Potenzial der Solarenergie und neuer, langfristiger Energiespeichertechniken noch nicht vollumfänglich aus. Nun liegt es an der Politik, die Weichen so zu stellen, dass diese Perspektiven auch realisiert werden. Für die Photovoltaik bedeutet dies, von ca. 2.5 TWh/a auf 34 TWh/a in 30 Jahren zu gelangen – da sind wir noch nicht auf Kurs! (Energiesperspektiven 2050+).


Abbildung 1: Stromproduktion aus neuen, erneuerbaren Energien, auf Grund eines Szenarios der Energiesperspektiven 2050+ (Prognos et al. 2020, im Auftrag des BFE).

Abbildung 2: Steigerung der Fernwärme-Erzeugung bis 2050 auf Grund eines Szenarios der Energieperspektiven 2050+ (Prognos et al. 2020, im Auftrag des BFE).