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Für die Bachelorarbeit zu neuen Horizonten

Von: Andreas Häberle, Leiter SPF  (SPF News-Artikel vom 30.05.2018)

Die Bachelorarbeit im Ausland zu schreiben ermöglicht Erfahrungen, die sich im späteren Berufsleben nicht so einfach wieder ergeben. Doch wie organisiert man sich diese Möglichkeit und wie hilft die HSR? Patrice Mattes, Ex-Student, und Andreas Häberle, Institutsleiter SPF, liefern Antworten.

Wer Interesse an einem Auslandsaufenthalt hat, sollte möglichst früh seinen Studienberater oder den Studiengangleiter ansprechen. Oder man wendet sich direkt an den Professor, in dessen Fachgebiet die geplante Bachelorarbeit liegt.  Durch persönliche Kontakte einiger HSR Professoren gibt es die Möglichkeit die Bachelorarbeit im Rahmen eines Mobilitätsaufenthalts im Ausland anzufertigen. Die HSR gibt dadurch engagierten Studierenden die Chance, im Rahmen ihrer Ausbildung einen Eindruck vom Lebens- und Arbeitsumfeld in anderen Ländern innerhalb oder ausserhalb Europas zu erhalten.

Der Auslandsaufenthalt dauert dabei rund drei Monate und die Studierenden bleiben während des Mobilitätssemesters an der HSR eingeschrieben. Reisekosten und die Lebenshaltungs¬kosten müssen von den Studierenden selber getragen werden.

Vorausgesetzt werden überdurchschnittliche Studienleistungen und die Bereitschaft, sich in einer fremden Umgebung rasch einzuarbeiten. Ausser im deutschsprachigen Ausland sind zudem gute mündliche und schriftliche Kenntnisse der englischen Sprache nötig. Die Arbeit selbst wird dann auch in englischer Sprache verfasst.

Patrice Mattes verfasste sein Bachelorarbeit letzte Jahr im Süden von Brasilien (Siehe Kasten). Uns berichtet er über seine Motivation, seine Erfahrungen und warum er ein Auslandsemester jedem empfiehlt.

Patrice, was war deine Motivation, die Bachelorarbeit im Ausland zu schreiben?

Grundsätzlich hat mich die Idee eine Bachelorarbeit im Ausland zu schreiben fasziniert. Ich hatte bereits ein erfolgreiches Auslandsemester in Hamburg hinter mir und hatte Lust es noch einmal zu erleben. Da ich bereits alle wichtigen Module abgeschlossen hatte, musste ich nur noch die Bachelorarbeit schreiben. Andere gingen nebenbei Arbeiten, ich habe mich dafür entschieden noch einmal auf Reisen zu gehen und die Arbeit im Ausland zu schreiben.
 

Und wie kam es dann, dass du deine Bachelorarbeit in Brasilien durchführtest?

Ich hatte von anderen Studenten gehört, dass Andreas Häberle viele Kontakte im Ausland pflegt und habe mich dann direkt mit ihm in Verbindung gesetzt. Er hat mir einige Hochschulen im Ausland aufgezählt und mir erklärt wo ich die beste Chance für eine begleitete Bachelorarbeit hätte. Schlussendlich hat es mich zurück nach Florianópolis geführt, eine wunderschöne Insel im Süden Brasiliens, wo ich Teil eines Pilotprojekts im Bereich Elektromobilität war.

Ich nehme mal an, die Bilder, die man von Florianópolis im Internet findet, haben dich auch nicht wirklich abgeschreckt. Wie hast du dich auf die Arbeit und die Zeit dort vorbereitet?

Eigentlich nicht sehr gross, da ich nicht in die Universität in Brasilien immatrikuliert war, musste ich auch kein Studentenvisum beantragen und bekam mein Touristenvisum direkt bei der Ankunft am Flughafen. Leider konnte ich deswegen nur 3 Monate in Brasilien bleiben. Im ersten Monat meines Aufenthalts hatte ich mir eine Wohnung mit Airbnb gemietet. Sie war ganz in der Nähe des Forschungsinstituts und ich hatte genügend Zeit um mir für die restlichen 2 Monate eine WG zu suchen. Die Flüge habe ich etwa 6 Wochen vor der Abreise gebucht mit einem Zwischenstopp in Sao Paulo. Kurz vor der Abreise habe ich mit Andreas ein letztes Mal getroffen um den Ablauf der Bachelorarbeit zu besprochen.
 

Hat dich die HSR dabei unterstützt?

Die Unterstützung für die Organisation und Begleitung der Bachelorarbeit kam vor allem von Andreas Häberle. Ohne Ihn wäre das ganze gar nicht möglich gewesen. Das IRO der HSR ist eher für die Erasmus Angelegenheiten mit den ausgewählten Partnerhochschulen spezialisiert. Falls man spezielle Wünsche hat muss man vieles selber Organisieren und kommt meist nur mit einem Kontakt im Ausland zu einem solchen Aufenthalt. Während des Aufenthalts haben ich und Andreas wöchentliche Skype Meetings abgehalten. Die Inputs waren sehr hilfreich und brachten mich einige male zum Kern der Arbeit zurück.
 

Gab es trotzdem etwas, auf das du gar nicht vorbereitet warst? Was war ganz anders als erwartet?

Die Hilfsbereitschaft der Mitarbeiter im Solarinstitut. Jeder hat sein Bestes gegeben um mir zu helfen, obwohl wir uns nicht immer perfekt verstanden oder selber extrem im Stress waren.

Das war bestimmt eine sehr schöne Erfahrung! Gibt es noch anderes, was du aus Brasilien mitnimmst?

Ich habe gelernt meine Arbeit besser einzuteilen. Meist habe ich mich so sehr auf einen Punkt fixiert, dass ich andere Aufgaben vernachlässigen musste. Natürlich habe ich auch extrem viel über die Elektromobilität und die Solarproduktion gelernt und über die Problematik welchen einen zukünftigen Umstieg auf die Elektromobilität schwierig macht.
 

Du redest mit sehr viel Begeisterung von deiner Zeit in Brasilien. Würdest du dennoch etwas anders machen?

Nein. Es war eine tolle Erfahrung nach Brasilien zu gehen und Teil dieses Projekts zu sein. Ich habe vieles dazugelernt und bin mir sicher, dass mich diese Erfahrungen Privat wie auch im Berufsleben weiterbringen werden.
 

Zum Schluss noch: Was würdest du jedem empfehlen, der mit dem Gedanken spielt, ein Auslandsemester zu absolvieren?

Es zu tun. Informiert euch, fragt einen Professor oder geht frühzeitig zum IRO. Es ist eine Riesenchance eine solche Erfahrung zu machen.

Performance und Umweltwirkung eines solarbetriebenen Elektro-Busses

Die Universität Santa Catharina betreibt seit März 2017 einen Elektrobus, der fünfmal täglich den Campus mit gewissen Forschungseinrichtungen verbindet. Geladen werden die Lithium-Ionen Batterien des Busses ausschliesslich mit Solarstrom sowie mit den regenerativen Bremsen.

In seiner Bachelorarbeit untersuchte Patrice Mattes die Performance der Batterien, des Elektrobusses sowie des gesamten Systems (Bus, Ladestation und PV-Anlage) unter verschiedenen Bedingungen. Insbesondere interessierte ihn, wie sich die saisonalen Schwankungen der Solarstromproduktion und des Energieverbrauchs auf die nötige Dimensionierung der PV-Anlage auswirken.

Seine Resultate zeigten, dass der Elektrobus einen Energieverbrauch von 1.27 kWh pro Kilometer aufweist, wenn die Effizienz des Ladeprozesses einberechnet wird. Dieser Verbrauch war unabhängig davon, welcher Fahrer den Bus lenkte oder wie viele Passagiere mitfuhren. Allerdings stieg der Verbrauch deutlich, wenn die Klimaanlage eingeschalten war (plus 6.5 %) oder der Bus aufgrund eines erhöhten Verkehrsaufkommens nur langsam vorankam.

85 % der eingesetzten Energie wurden vom Elektromotor umgesetzt. Durch die regenerativen Bremsen konnten rund 20 % der Energie wieder zurückgewonnen werden (Verluste beim Umrichter und der Batterie eingerechnet, Abbildung 1).

Abbildung 1: Wirkungsgrade der verschiedenen Komponenten.

Der Elektrobus verbrauchte während des Untersuchungszeitraums (März – Dezember) rund 45 MWh. Diese Strommenge wurde durch eine 66 kWp Photovoltaikanlage gedeckt. Patrice Mattes simulierte, dass das System durch die Verwendung einer power wall mit einer Kapazität von 400 kWh einen solaren Deckungsgrad von 88 % erreicht. Eine 1 kWp PV-Anlage erzeugt dabei in Brasilien pro Monat so viel Strom, wie für 45, resp. 121 Kilometer gebraucht werden (abhängig von der Jahreszeit).

Würde man den gleichen Elektrobus in Rapperswil betreiben, so würde eine 1 kWp-PV-Anlage innerhalb eines Monats noch Strom für eine Distanz von 14 km, resp. 101 km liefern. Die Unterschiede sind einerseits auf die geringere Solareinstrahlung zurückzuführen. Andererseits würde der Elektrobus in der Schweiz auch einen höheren Verbrauch von 1.5 kWh/km aufweisen, welcher hauptsächlich durch die nötige Heizleistung im Winter verursacht würde.

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